Die Formbacher

Nach zahlreichen Kriegen mit den Ungarn, welche das Gebiet des Wiener Beckens bzw. des südöstlichen NÖ beanspruchten, konnte Graf Gottfried von der Wels-Lambacher über diese 1042 einen entscheidenden Sieg bei Pitten erringen, wodurch die Grenze bis zur Leitha verschoben werden konnte.

Als Belohnung erhielt Gottfried den größten Teil des eroberten Landes vom Kaiser als Eigen. Nach dem die Wels-Lambacher durch eine Adelsverschwörung 1050 ein furchtbares Ende genommen hatte, heiratete Gottfrieds Tochter Mathilde um 1060 den Grafen Eckbert I. von Formbach und Neuburg, wodurch dieser in den Besitz des Pittener Gebietes gelangte.
Im Jahre 1094 schenkte Graf Eckbert der I. von Form-Neuburg und Pitten dem von seiner Tante gegründeten Benediktinerstift Formbach (südlich von Passau, am Inn gelegen) unter anderem eine halbe Hube im Dorf das "Beierbach" genannt wird und eine halbe Hube in "Smidestorf".

Dies ist die erste urkundliche Erwähung des Namens Payerbach und Schmidsdorf. Die Orthographie des Ortsnamen änderte sich im Laufe der Jahrhunderte:

  • 1094 Beierbach
  • 1270 Paierbach
  • 1343 Pairpach
  • 1443 Payerbach
  • 1500 Parpach
  • 1644 Payrpach

Der Ortsname Payerbach ist insofern bemerkenswert, da er eine bayrische Ansiedlung mitten im slawischen Gebiet bezeichnet. Im gleichen Jahr wurden durch die Initiative des gleichen Grafen das bereits bestehende Gotteshaus zur Pfarrkirche erhoben.
Der Ort verdankt Entstehung und rasche Entwicklung der Lage an einer Strasse, die durch das obere Schwarzatal und über das Gscheid in das Mürztal führte. Diese Verbindung war vor allem im 11. und 12. Jahrhundert von größter Wichtigkeit, verlor jedoch im 13. Jhdt. durch die Semmeringstrasse an Bedeutung.

Mit dem Tode Eckbert III. vor Mailand 1158 starben die Formbacher aus; das Pittener Gebiet kam nun an dessen nächsten Verwandten, Marktgraf Otokar III. von Steier.